Die Rebsorte Freisa ist nichts für Zartbesaitete. Viel Tannin, lebendige Säure, würziger Duft. Genetisch wird sie in die Nähe von Nebbiolo und Viognier gerückt, stilistisch landet sie oft halbtrocken oder schäumend im Glas.
Nicht so bei Scarpa. Der Freisa Monferrato DOC geht den geraden Weg: komplett durchgegoren, trocken, klar und kompromisslos. In der Nase rote Beeren, allen voran Himbeere, dazu feine Würze und ein Hauch Rauch. Am Gaumen straff, mit spürbarem Gerbstoffgrip, frischer Säure und erstaunlicher Länge.
Die eher helle Farbe des Freisa Monferrato DOC täuscht. Er hat Struktur und Rückgrat. Die Trauben stammen von nach Osten ausgerichteten Weinbergen auf roten Lehmböden in 400 Metern Höhe bei Acqui Terme. Handlese im Oktober, 12 Tage Maischestandzeit, danach 24 Monate Ausbau im Edelstahl. Das Ergebnis ist präzise und langlebig, locker über 15 Jahre, und ein großartiger Partner zu Fleischravioli.


